Frank

Frank mit Sonnenbrille

Gitarre ist cooler als Saxophon

Als Kind der 60er begann meine musikalische Sozialisierung etwa Anfang der 80er Jahre. Wie wohl die meisten männlichen Musiker dieser Zeit bestand meine Hauptmotivation Gitarre zu spielen, vor allem in dem Versuch, mehr Aufmerksamkeit bei den Damen zu bekommen. Mit einigen Freunden gründeten wir die Band Agenten in Raucherkinos (damals auch ein Titel der Band Fehlfarben). Ok, der Name klang zwar bescheiden, aber er war konkurrenzlos und garantierte Aufmerksamkeit. Mein musikalisch-technisches Repertoire bestand aus etwa 3-4 Akkorden, von denen einer ein A-Dur7 Akkord war. Damit versuchten wir das aus unserer Sicht naheliegende (Blues) mit dem erfolgversprechenden (damentechnisch gesehen), nämlich Neue Deutsche Welle zu kombinieren. Erwartungsgemäß scheiterte das Projekt nach kurzer Zeit auf ganzer Linie. Damentechnisch versuchte ich alternative Strategien (gegen die damals schon viel beliebteren Saxophonisten mit schwarzem Sakko, weißem T-Shirt und Sonnenbrille hattest Du damals als Gitarrist keine Schnitte …) während es musikalisch aufzusatteln galt: Es mussten einfach mehr Akkorde her!

Ich nahm Unterricht bei dem 2015 leider viel zu früh verstorbenen Hanns Wegerhoff, den ich wohl meinen musikalischen Ziehvater nennen kann. Hanns ließ mich die Gitarre ganz von vorne lernen, brachte mir bei, dass Schummeln beim Spielen meist in der Sackgasse endet (wie im richtigen Leben) und zeigte mir Tricks und Techniken, von denen ich heute noch profitiere.

Mit neuem musikalischen Selbstvertrauen habe ich dann mit zwei Freunden die Band Sudden Touch gegründet, in Spitzenzeiten standen bei uns bis zu 11 Musiker auf der Bühne. Zugegebenermaßen musste ich dabei auch die bittere Pille eines Saxophonisten schlucken (ihr ahnt es schon, schwarzes Sakko, weißes T-Shirt, Sonnenbrille und der ganze Kram), aber man war ja schließlich schon routiniert. Der Stil von Sudden Touch war so eine Mischung aus West-Coast und Progressive Rock.

Nach einer weiteren Blues and Soul Coverband folgte das aus meiner Sicht abgefahrenste Musikprojekt, ROBUR. Der Bandname entstammte unserem Proberaum, einem ausgemusterten Linienbus aus alten DDR-Beständen. Die Musikrichtung war eine Art experimentelle Welt-Musik, viele Sprachen, wenig Konventionen und vom Publikum ausgesprochen gut angenommen.

Es folgten Jahre der Wanderschaft und eine längere musikalische Pause. Seit September 2016 habe ich endlich wieder eine musikalische Heimat bei Wednesday Nine gefunden, und das ist gut so.